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10:05  Saal 2

Aldo Lardelli, Studiensammlung Kern im Stadtmuseum Aarau, «Zur Geschichte der Firma Kern und deren Bau von Instrumenten zur Sonnenforschung».
Zu diesem Vortrag gehört auch ein kurzer Überblick über die Geschichte der Firma Kern allgemein. Nach dem Hauptthema, das die Instrumente zur Sonnenforschung betrifft (Refraktor, Koronagraph, Coelostaten), werden kurz auch ein paar andere Geräte vorgestellt, die für astronomische Messungen wichtig waren, vielleicht aber bei den Astronomen weniger bekannt sind (Universaltheodolite, Sextanten, Sonnenkompass). Obwohl nicht zur Sonnenforschung gebaut, darf auch ein Hinweis auf den grossen Kern Meridiankreis nicht fehlen.

10:40  Saal 2

Dr. Renzo Ramelli, IRSOL, «Beobachtung der Spuren des Magnetismus im Licht zur Untersuchung der Sonnenaktivität».
Der Schwerpunkt der Forschung am Istituto ricerche solari Aldo e Cele Daccò (IRSOL) in Locarno ist die Untersuchung der solaren Magnetfelder und deren Evolution. Magnetfelder spielen eine wesentliche Rolle für die Sonnenaktivität, die Sonneneruptionen und die Solarstürme. Die Erfassung der Sonnenmagnetfelder erfolgt durch eine genaue spektrale und polarimetrische Analyse des Lichts und der darin hinterlassenen Spuren. Zu diesem Zweck ist die IRSOL-Sonnenbeobachtungsstation mit dem grössten Sonnenteleskop der Schweiz, einem hochauflösenden Spektrografen und einem hochpräzisen Polarimeter ausgestattet. Die Forschungsgruppe, die sich mit Beobachtungen und Instrumentierung befasst, wird von drei weiteren Gruppen unterstützt, die sich mit Theorie, numerischen Simulationen und Space Weather beschäftigen. In der Nähe vom IRSOL befindet sich ein weiteres Sonnenobservatorium, wo tägliche Beobachtungen und Zählungen der Sonnenflecken für die Bestimmung der internationalen Sonnenfleckenzahl durchgeführt werden.

11:40  Saal 2

Dr. Thomas K. Friedli, RWG, «Beiträge der Amateure zur Sonnenbeobachtung».
Seit der Erfindung des Fernrohrs zu Beginn des 17. Jahrhunderts sind Amateure eine wichtige Stütze in der lückenlosen Überwachung der Sonnenaktivität – war doch selbst Johann Fabricius als Mitentdecker der Sonnenflecken Amateurastronom.
Die tägliche visuelle Beobachtung der Sonnenphotosphäre und die Bestimmung geeigneter Aktivitätsindices ist eines der ältesten noch aktiven Pro-Am Programme der SAG und wird heute durch die Rudolf Gesellschaft sichergestellt. Kernelement ist die Weiterführung der weltbekannten Indexreihe der von Rudolf Wolf eingeführten Sonnenfleckenrelativzahlen. Seit 1996 produziert die Rudolf Wolf Gesellschaft eigene Swiss Wolf Numbers, welche auf den originalen, von der RWG weiterbetriebenen, 83/1320 mm Fraunhoferrefraktor von Rudolf Wolf kalibriert sind.
Daneben werden am Sonnenturm Uecht in Niedermuhlern diverse digitale Überwachungsprogramme durchgeführt: Auf 4k x 4k Pixel Aufnahmen der Photosphäre werden die Positionen und Flächen der Sonnenflecken gemessen, wodurch die Breitenwanderung der Sonnenfleckengruppen sowie die Flächenzahl bestimmt werden können. Auf 4k x 4k Aufnahmen der Chromosphäre in Ca II K werden die Flächen und Helligkeiten der chromosphärischen Fackeln (Plages,und enhanced Network) gemessen. Aus den Flächen der photosphärischen Flecken und der chromosphärischen Fackeln lässt sich überdies der Verlauf des TSI rekonstruieren. Mit Hilfe eines Sol’Ex Spektrographen werden 4k x 4k Spektroheliogramme in H-alpha gewonnen, welche an die Datenbank BASS2000 des Observatoire de Paris in Meudon geliefert werden. Aus den H-Alpha Spektroheliogrammen berechnen wir die Verteilung der Protuberanzen entlang des Sonnenrandes sowie die Protuberanzenprofilfläche.
Ein weiteres interessantes Tätigkeitsfeld ist die Bestimmung der Sternaktivität der Sonne. Hierzu werden auf dem Sonnenturm Uecht zwei Sol’Ex Spektrographen betrieben, mit welchen anhand von hochauflösenden Spektren in der Region der H und K Linien des einfach ionisierten Kalziums der S-Index des Mt. Wilson Observatoriums und der NSO Ca II K Index sowie analoge Indices aus den Absorptionslinien des Kalzium Triplets im nahen IR bestimmt werden können.
Der Sonnenturm Uecht bietet zudem die Möglichkeit, gleichzeitig die photometrischen und spektroskopischen Aktivitätsindices von helleren Sternen zu bestimmen, wodurch kurzfristige Sternflares und langfristige Aktivitätszyklen untersucht werden können.

 

14:00  Saal 2

Dr. Florian Kehl, ETH Zürich, «Warum Enceladus? Wie Europas nächste Large-Class-Mission beim Saturn nach Leben sucht».
Die Entdeckung subglazialer Ozeane auf Eismonden hat die Suche nach Leben ausserhalb der Erde grundlegend verändert. Mit seinen aktiven Fontänen, die Material aus einem globalen Ozean ins All schleudern, gilt Saturns Mond Enceladus heute als eines der vielversprechendsten Ziele der Astrobiologie.
Der Vortrag stellt Enceladus im Kontext der sogenannten Ocean Worlds vor und diskutiert die zentralen wissenschaftlichen Fragen zur Suche nach Leben und möglichen Biosignaturen. Ein Schwerpunkt liegt auf der geplanten ESA-Mission L4, der vierten Large-Class-Mission der Europäischen Weltraumorganisation, die Enceladus gezielt untersuchen soll. Dr. Florian Kehl, Director Space Research Initiatives an der ETH Zürich und Mitglied der ESA L4 Payload Working Group, welche derzeit die Instrumente für diese Mission definiert, gibt Einblicke in die aktuellen konzeptionellen Arbeiten und die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer europäischen Astrobiologie-Flaggschiffmission.

16:00  Saal 2

Marc Horat, Astrophysiker, Leiter Planetarum Luzern, ex muros, Nachthimmel Live Präsentation.
Marc Horat zeigt in seiner Live-Demonstration des aktuellen Nachthimmels die markanten Sternbilder, Planetenkonstellationen und besonderen Himmelsereignisse des Jahres 2026. Dabei «fliegt» er mit uns zu fernen Nebeln, Exoplaneten und Galaxien – ganz komfortabel, vollkommen wetterunabhängig und mit perfekter Sicht auf Tausende von Sternen.

16:40  Saal 2

Marc Horat, Astrophysiker, 100 Jahre Planetarien
Rückblick auf 100 Jahre Planetariumsgeschichte seit der ersten modernen Projektion 1923 in Jena. Der Vortrag beleuchtet die Entwicklung von mechanischen Sternprojektoren über die digitale Revolution bis hin zu heutigen immersiven Fulldome-Systemen. Erörtert werden aktuelle und zukünftige Perspektiven der astronomischen Wissensvermittlung in Planetarien.